Ratgeber Allergie

Informationen für Allergiker

Entstehung einer Allergie

Das Wort Allergie tauchte in der Medizin zum ersten Mal Anfang des 20. Jahrhunderts auf und wurde von dem Wiener Arzt Clemens Freiherr von Pirquet erstmals verwendet. Mit Allergie bezeichnete er eine veränderte eine sichtbare Reaktion der Haut auf bestimmte Substanzen. Er nennt die Stoffe, die eine Allergie auslösen Allergene.

In Deutschland leiden Schätzungen zufolge ca. 35 Millionen Menschen unter einer Allergie. Es handelt sich bei einer Allergie um eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems. Der Körper differenziert bei einer Allergie nicht zwischen gefährlichen und ungefährlichen Stoffen. Bei einer Allergie bildet das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper gegen eigentlich harmlose Substanzen wie z. B. Blütenpollen, Hausstaub oder Tierhaare. Die Symptome z. B. Schnupfen, Husten, Juckreiz, Ekzeme, tränende Augen können u. U. auch auf eine andere Erkrankung oder einen Infekt hindeuten.

Reaktion im Körper

Bei einer Allergie lagern sich die gebildeten Antikörper (Immunglubin E (IgE)) an den Mastzellen ab. Wenn der Organismus erneut mit dem Allergen z. B. Tierhaaren in Berührung kommt bzw. die Antikörper dieses an sich binden, schütten die Mastzellen den Botenstoff Histamin aus. Dieser führt u. a. zu den typischen Symptomen einer Allergie: Juckreiz, Husten, Schnupfen usw. Daher werden zur Behandlung einer Allergie häufig Antihistaminika eingesetzt, um diese Reaktion zu unterdrücken.

Vier Typen einer Allergie

Bei einer Allergie kann ein Soforttyp- oder ein Spättyp auftreten. Außerdem gibt es den zytotoxischen Typ und den Immunkomplextyp. Bei der Sofortreaktion reagiert das Immunsystem sofort nach dem Kontakt des Organismus mit dem Allergen. Durch die Immunabwehr kann bei manchen Allergikern die allergische Reaktion des Körpers auf die Allergene auch verzögert auftreten. Bei dieser Form der Allergie (Spättyp) können sich die Symptome bis zu 72 Stunden später bemerkbar machen. Der Betroffene verspürt erst dann die Symptome einer Allergie, wenn der Organismus auf die Allergene reagiert. Bei einer Allergie, die eine Immunkomplexreaktion nach sich zieht, schließen sich die Allergene und die Antikörper (IgG und IgM) zusammen und dringen in Gewebe ein, sodass Entzündungen entstehen können. Bei einer Allergie mit einer zytotoxischen Reaktion können Körperzellen in einem Maße zerstört werden, dass die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen sinkt. Diese Form der Allergie kommt eher selten vor z. B. bei einer Medikamentenallergie.

Die Ursachen für die Entstehung einer Allergie sind nicht eindeutig geklärt. Eine Allergie kann u. U. durch äußere Umweltfaktoren begünstigt werden z. B. Formaldehyd, Asbest, Nikotin, Alkohol oder Düngemittel. Die Schadstoffe lagern sich im Organismus ab und können so bei sensiblen Menschen eventuell eine Allergie begünstigen.

Nicht zu unterschätzen ist bei einer Allergie der allergische Schock (Anaphylaxie), der bei manchen Betroffenen Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben kann und u. U. zum Herzstillstand führen kann. Bei einer Allergie weiten sich durch die Reaktion des Immunsystems auf Allergene die Blutgefäße, wodurch es zu einem Blutdruckabfall kommen kann. In diesen Fällen muss sofort ein Arzt kontaktiert werden.

Nadine Fechtner

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